Die Unterstützung von Lech Wałęsa für die Stiftung GEISTIGES FUNDAMENT EUROPAS
Sehr geehrte Damen und Herren!
Sie kennen mich seit vielen Jahren und wissen, wie sehr mir jegliche Tätigkeit am Herzen liegt, die die Vertiefung der Geistigen Entwicklung Europas zum Ziel hat und gleichzeitig unseren gemeinsamen Kampf, der im August 1980 begonnen hat, fortsetzt.
Den Ursprung unseres Protests bildete sowohl die Widersetzung der Lüge des Kommunismus, der Gesetzlosigkeit und der gesellschaftlichen Unterwerfung als auch der Glaube an den Sinn des Widerstands und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Diese geistigen Werte, die in die 21 Streikpostulate eingeschrieben waren, wurden von der Gesellschaft angenommen und unterstützt und bildeten somit das Fundament der „Solidarität“. Dank den Menschen, die diese Werte pflegten und bereit waren, den höchsten Preis zu zahlen, wurde Entstehung und Entwicklung der gesellschaftlichen Massenbewegung möglich, die die Befreiung unseres Teils Europas mit sich brachte. Zu diesen Menschen gehörten auch meine standhaften Freunde und Mitarbeiter, Mitgründer der Stiftung GEISTIGES FUNDAMENT EUROPAS – seeligen Andenkens Aram Rybicki und Maciej Płażyński, zwei großen Bürgern der Stadt Danzig, die in der Katastrophe von Smolensk tragisch ums Leben gekommen sind. Gemeinsam haben wir Freiheit und Unabhängigkeit erkämpft, was jedoch Armut und Not nicht beseitigen konnte. So bleiben wir, ähnlich wie im Jahre 1980, geistig solidarisch mit allen Einwohnern unseres Kontinents, die der Chance auf eine ausgeglichene gesellschaftliche, materielle und intellektuelle Entwicklung beraubt worden sind.
Deshalb richte ich meinen Brief an alle Personen und Einrichtungen, an alle Menschen guten Willens und bitte, die Stiftung GEISTGES FUNDAMENT EUROPAS, deren Ziel es ist, Jugendlichen aus Osteuropa, die keine ausgewogenen Startchancen haben, zu helfen, in ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Es ist eine wertvolle Initiative, die in einem ganz und gar konkreten Ausmaß voll und ganz unterstützungswert ist.
Danzig, den 24. Oktober 2011
Lech Wałęsa